21. September 2020

5 Dinge, die Schüler für die Lehrstellensuche können müssen

Der Berufswahlunterricht ist elementar, damit die Jugendlichen lernen, welche Berufe zu ihnen passen, wie sie ein Bewerbungsschreiben verfassen oder was in den Lebenslauf gehört. Doch es gibt weitere Kompetenzen, die während der Lehrstellensuche enorm wichtig sind und oft vergessen gehen. In diesem Blog-Beitrag beleuchten wir 5 Dinge, die Schüler*innen für die Lehrstellensuche können müssen.

In diesem Beitrag:

 

1. Dokumente scannen

Um sich mit einem vollständigen Bewerbungsdossier bewerben zu können, müssen gewisse Dokumente eingescannt werden, um sie auch digital versenden zu können. Am besten machen die Jugendlichen dies einmal in guter Qualität und speichern die Dokumente dann mit einem sinnvollen Namen auf ihrem Computer ab. So haben sie das Dokument immer zugänglich und können es für jede Bewerbung verwenden. Dies betrifft zum Beispiel folgende Dokumente:

  • Zeugnisse der Oberstufe
  • Diplome
  • Testresultate

Zahlreiche Jugendliche wissen allerdings nicht mehr, wie man Dokumente scannt und machen stattdessen ein Foto davon. Diese Lösung ist nicht optimal, denn Foto-Dateien sind oft sehr gross und die Jugendlichen riskieren, dass die Datei per E-Mail nicht versendet werden kann oder im Spam-Ordner landet. Zudem drucken einige Lehrbetriebe bestimmte Dossiers zur genauen Durchsicht aus - mit einem Foto im Anhang ist dies aber suboptimal.

Tipp: Schauen Sie mit den Jugendlichen an, wie Dokumente sauber gescannt und im Anschluss abgespeichert werden können, um sie für das Bewerbungsdossier zu verwenden. 

Zur Videoanleitung "Wie scanne ich meine Dokumente?"

2. PDFs erstellen

Leider sehen wir sehr oft Bewerbungsdossiers, welche mit einem Word-Dokument versendet werden. Damit kommt aber leider die Formatierung, bei welcher sich die Jugendlichen Mühe gemacht haben, beim Lehrbetrieb nicht richtig an. Je nach Computer und Programm, welches der Lehrbetrieb verwendet, sieht das Dokument der Bewerbenden komplett anders aus, als beabsichtigt. Daher ist es essentiell, dass die Schüler*innen all ihre Dokumente als PDF abspeichern und versenden. Dafür ist es gut, den Lebenslauf sowie die Vorlage für das Bewerbungsschreiben als Word abzulegen, dieses jeweils für Beruf und Firma anzupassen und im Anschluss als PDF abzuspeichern.

Tipp: Erklären Sie den Jugendlichen, weshalb das Dokument als PDF gespeichert werden muss und zeigen Sie ihnen, wie dies geht. 

Zur Videoanleitung "Eine Word-Datei als PDF speichern"

Tipp: Für die Bewerbung per Mail sollten alle einzelnen PDFs ein ein Dokument zusammengefügt werden.

Zur Videoanleitung "Einzelne PDFs zusammenfügen"

3. Das E-Mail Programm bedienen

Die Jugendlichen sind zwar Digital Natives, dies beschränkt sich aber erfahrungsgemäss vor allem auf Social Media Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube. Wie sie allerdings E-Mails in ihrem Posteingang abrufen können und vor allem, wie sie korrekte E-Mails versenden, wissen viele Jugendliche nicht. Oft übersehen sie daher Antworten des Lehrbetriebs per Mail, senden Mails ohne Betreff oder fügen den Mailtext gar komplett in die Betreffzeile ein. Derartige Fehler sollten Bewerbungsprozess vermieden werden, um einen guten Eindruck beim Lehrbetrieb zu hinterlassen und vor allem, um gut mit dem Lehrbetrieb in Kontakt treten zu können. Zudem brauchen die Jugendlichen dieses Grundwissen auch in ihrem weiteren Werdegang.

Tipp: Richten Sie mit den Schüler*innen einen E-Mail Account mit einer seriösen E-Mail Adresse (z.B. vorname.nachname o.ä.) ein. Zeigen Sie ihnen, wie sie in ihrem Postfach (und im Spamorder) E-Mails abrufen können. Testen Sie mit den Jugendlichen das Antworten auf eine E-Mail sowie das komplett neue Verfassen einer Mail inkl. Anhänge.

4. Das Telefon abnehmen

Oft geben die Schüler*innen ihre Handynummer im Lebenslauf an, damit der Lehrbetrieb sie kontaktieren kann. Ihnen ist jedoch nicht bewusst, dass sie daher jederzeit einen Anruf der Firma erhalten können und nehmen das Telefon bei unbekannter Nummer nicht ab - eine verpasste Chance, um mit dem Lehrbetrieb in Kontakt zu treten.

Dies bedeutet nicht, dass die Schüler*innen jederzeit erreichbar sein müssen. Sie können die Nummer auch zurückrufen und den Lehrbetrieb so proaktiv kontaktieren. Wichtig dabei ist, dass sie wissen, wie sie sich am Telefon melden sollten - also mit Vor- und Nachnamen. Rufen sie den Betrieb selber an, müssen sie klar schildern können, weshalb sie anrufen und den Namen der Person kennen, welche sie erreichen möchten.

Richtig telefonieren zu können ist eine Kompetenz, welche die Jugendlichen während der Lehrstellensuche benötigen.

Tipp: Üben Sie mit den Jugendlichen das Entgegennehmen eines Telefonanrufs sowie das gezielte Anrufen mit einem bestimmten Anliegen. Im Alltag können solche Gespräche geübt werden, indem die Jugendlichen mehr und mehr selbständig ihre Termine, wie z.B. Zahnarzttermine etc., vereinbaren.

5. Beim Lehrbetrieb nachfragen

Fragen wie "Ich habe mich bei einem Lehrbetrieb beworben aber noch keine Rückmeldung erhalten, was soll ich tun?" oder "Ich hatte ein Bewerbungsgespräch und weiss nicht, wie es jetzt weitergeht" werden uns regelmässig gestellt. Verständlich: Die Jugendlichen befinden sich zum ersten Mal in einer solchen Situation und möchten nichts falsch machen. Ihnen ist das Nachfragen beim Lehrbetrieb unangenehm. Doch aktives Fragen und das Bekunden von Interesse kommen beim Lehrbetrieb gut an! Es lohnt sich also, nach 10-14 Tagen nach Versenden der Bewerbung beim Lehrbetrieb nach dem Stand und dem weiteren Vorgehen nachzufragen, wenn die Schüler*innen nichts vom Betrieb gehört haben. Bereits ein kurzes Telefonat oder eine E-Mail zeigen das Interesse der Jugendlichen an der Stelle und ausserdem wissen sie im Anschluss, was Sache ist. Auch nach dem Bewerbungsgespräch macht sich eine E-Mail gut, in der man sich bedankt und das Interesse an der Lehrstelle noch einmal bekundet. Im gleichen Atemzug kann auch direkt nach dem weiteren Vorgehen gefragt werden, sollte dies beim Gespräch nicht geklärt worden sein. 

Zur Vorlage "Nachfass-E-Mail" Mit diesen 5 Kompetenzen sind die Jugendlichen bestens auf den Bewerbungsprozess vorbereitet. Ausserdem helfen sie ihnen auch bei einem optimalen Start in den Arbeitsalltag sowie im Privatleben. Wir empfehlen daher, auch diese Dinge im Berufswahlunterricht oder im Alltag mit den Schüler*innen zu üben. 

 

Anja Iseli

Anja fühlte sich während der Berufswahl selber zu wenig über das Bildungssystem in der Schweiz informiert und setzt sich nun mit Herzblut dafür ein, die Jugendlichen auf diesem wichtigen Weg zu begleiten. Dazu steht sie in engem Austausch mit Lehrpersonen und Eltern.

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