20. Januar 2021

Was kann die Berufsbildung vom Online-Handel lernen?

Wieso sterben in vielen Städten die stationären Läden weg? Warum muss Digitec, Amazon, Zalando, Brack und Co. tausende von Lager- und Logistik-Mitarbeitenden rekrutieren? Die Antwort ist einfach. Immer mehr Menschen kaufen online ein und für die Generation Z 1997-2012 ist Online-Shopping selbstverständlich. Wieso die Berufsbildung sich ein Stück vom Onlinehandel abschauen kann, erklären wir in diesem Blog-Beitrag:

 

Auswahl und Präsentation der Produkte

Die Auswahl der Lehrstellen können Sie als Lehrbetrieb nicht steuern, aber den Ort und den Auftritt, wie Sie ausschreiben. 

Der Onlinehändler Zalando verkauft zu 90% Markenartikel, welche wir auch an der Bahnhofstrasse in Zürich kaufen könnten. Trotzdem setzt Nike auf Zalando und nicht nur auf nike.ch und den Nike-Store im Jelmoli in Zürich. Wieso? Es gibt viele Käufer*innen, die gerne Sport treiben und welchen der Ausrüster nicht so wichtig ist, weshalb sie auf Zalando und nicht direkt auf nike.ch suchen. 

Dieses Beispiel kann man einfach auf die Berufsbildung übertragen. Es gibt viele Schüler*innen welche*r gerne KV lernen, ihnen spielt es keine Rolle, ob bei der UBS, der AXA Versicherung, der Stadt Bern oder bei der SBB (login). Aus diesem Grund suchen die Jugendlichen auf yousty.ch, da Sie hier die Auswahl aller Unternehmen (Brands) haben und sich nach dem Vergleich der verschiedenen Unternehmen bei ca. zehn Unternehmen bewerben.

 

Geschwindigkeit der Lieferung bzw. im Bewerbungsprozess

Wieso zwei Wochen auf ein Kleid warten, wenn ich es in einem anderen Shop innerhalb von zwei Tagen bekomme? Die gleiche Fragen kann sich eine Schüler*in stellen: Wieso zwei Wochen auf eine Antwort von Unternehmen A warten, wenn Unternehmen B mir innerhalb von zwei Tagen eine Antwort gibt? Der*die Schüler*in baut während des Bewerbungsprozesses noch keine Loyalität zu einer Firma auf. 

Beispiel Bestell und Lieferbestätigung mit Datum der Lieferung

Benutzen Sie auch ein Bewerbermanagement oder erhalten Sie die Bewerbungen noch per E-Mail oder per Post? 

Transparenz im Liefer- bzw. Bewerbungsprozess


Stellen Sie sich vor, galaxus.ch schreibt Ihnen, dass die Lieferung versendet wird, sobald Sie genug Bestellungen haben. Wie lange das geht, könne man Ihnen leider nicht mitteilen. Im Bewerbungsprozess gibt es Unternehmen, welche genau dieses Satz schreiben. “Danke für Ihre Bewerbungen, wir melden uns bei Ihnen sobald wir genug Dossiers für eine Auswahl bekommen haben.”

Was im Onlinehandel schon gang und gäbe ist, machen auch immer mehr Unternehmen. Hier einige Beispiele: PWC (Bild) , Feldschlösschen (Bild), Die Mobiliar und das Verteilzentrum Suhr der Migros

 

Der Bewerbungsprozess von PWCDer Bewerbungsprozess bei Feldschlösschen

 

Beide wollen “kaufen”, wie kann man "bezahlen"?

Stellen sie sich vor, es besteht ein “Kaufinteresse” zwischen Ihnen und den Jugendlichen, aber leider kann der Jugendliche die Unterlagen nicht senden, da Ihr Bewerbungsprozess noch wie vor 15 Jahren funktioniert!?

Versuchen Sie Ihre Prozesse in der Bewerbungsphase der Zielgruppe der 13-15-Jährigen anzupassen. Diese sind, wie oben erwähnt, online und transparent. Diese zwei Attribute zeigen, dass man sich als Unternehmen der Zielgruppe anpassen sollte. Sie verlangen viel von den Jugendlichen – Motivation, Begeisterung, Lernwille und gute Noten – also sollten Sie als Unternehmen in der Ausschreibung und dem Bewerbungsprozess den Jugendlichen entgegenkommen, auch wenn viele Lernende im Arbeitsalltag nicht am Computer oder Handy sein werden.

Das ist kein Widerspruch, sondern ein Anpassen an die Gegebenheiten. 

Ich kann es Ihnen nur empfehlen, denken und handeln Sie nicht wie vor 30 Jahren. Sind Sie mit Ihrem Auftritt für Lernende und mit Ihrem Bewerbungsprozess am Puls der Zeit, so sind Sie nahe an der nächsten Generation im Arbeitsmarkt.

Benutzen Sie auch ein Bewerbermanagement oder erhalten Sie die Bewerbungen noch per E-Mail oder per Post? 

 

Michael Jacobsen

Michael Jacobsen

Michael hat sich nach seiner Lehre dazu entschieden, seine Ideen in ein Tool mit Sinn und sozialer Verantwortung zu stecken. In seinen mehr als 10 Jahren bei Yousty durfte er schon über 1’000 Unternehmen treffen und Ihnen helfen, die passenden Lernenden zu finden. Diese Hilfe geht von der Konzeption des Rekrutierungsprozesses über die Konzeption und Umsetzung von Videos bis hin zu Social Media und vielen weiteren Projekten.

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