Tipps für einen erfolgreichen Lehrstart

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Aller Anfang ist schwer.

Mit dem Beginn der Lehre ändert so ziemlich alles. Man verlässt die gewohnten Bahnen und begibt sich in einen neuen Lebensabschnitt. Oft ist der Beginn des neuen Alltags überfordernd und schwer. Doch Schwierigkeiten lassen sich überwinden und fast immer geht man gestärkt hinaus und ist stolz auf das, was man dabei gelernt hat. Unsere Praktikantin Selina erzählt, wie schwierig der Anfang in der Lehre für sie war und was sie daraus gelernt hat. Sie gibt gute Ratschläge, was man bei Schwierigkeiten tun kann und wie die Lehrzeit schliesslich spannend und abwechslungsreich wird und Spass macht.

 

In diesem Blog-Beitrag:

 

Neuer Arbeitsalltag

Du hast endlich die obligatorischen neun Schuljahre hinter dir, die passende Lehrstelle gefunden und hast zum ersten Mal einen Arbeitsvertrag unterschrieben? Bestimmt freust du dich auf die neuen Erfahrungen und neue Freundschaften. Die Sommerferien sind schnell vorbei und mit dem ersten Arbeitstag beginnt für dich ein neuer Alltag.

Viele Lernende haben zu Beginn der Lehre zu kämpfen. Auch ich hatte am Anfang Mühe, die Lehre zu bewältigen. Vor allem der Arbeitsalltag war für mich anfangs ungewohnt. An den ersten Tagen der Lehre wurden mir bereits Fragen gestellt, die ich nicht beantworten konnte. Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass dies nicht sehr an meinem Selbstvertrauen nagte.

Fragen, Unklarheiten, Verzweiflung

Zu Beginn hatte ich Angst, ich sei zu wenig vorbereitet. Ausserdem musste ich Aufgaben erledigen, die ich noch nie zuvor gemacht hatte und so machte ich am Anfang viele Fehler. Ich traute mich nicht immer, jedes Wort nachzufragen und befürchtete, dass ich zu viele Fragen stellen könnte.

Um mir eine Übersicht über all meine Arbeiten zu verschaffen, brauchte ich mehrere Monate. Viele Aufträge musste ich monatlich, wöchentlich und manchmal auch täglich erledigen. Auch wenn mir stets bewusst war, bei wem ich mich melden sollte, wusste ich nicht recht, wem ich auch die meiner Meinung nach “dummen” Fragen stellen konnte. 

Manchmal gibt es auch Probleme mit den Berufsbildenden. Man kommt mit ihnen nicht klar, sie überfordern einen, es entstehen Missverständnisse usw. Solche Unstimmigkeiten traut man sich oftmals nicht einfach anzusprechen.

Kurz gesagt: auf mich prasselte alles ein, ich hatte keine Chance mir den Stoff anzueignen, setzte mich selbst unter Druck und wurde unter Druck gesetzt. Zu gewissen Zeiten dachte ich oft an einen Lehrabbruch.

Durchhalten ist angesagt

Trotzdem habe ich durchgehalten. Nachdem ich mich in meiner Firma eingelebt hatte und jede Bezugsperson kannte, konnte ich mir Schritt für Schritt auch das Wissen aneignen, das ich benötigte, um meine Arbeit gut zu erledigen. Danach erhielt ich immer mehr coole Aufträge und die Zusammenarbeit im Team wurde immer besser.

Am meisten Hilfe erhielt ich vermutlich von meinen Oberstiften, welche mir stets klargemacht haben, dass es ihnen nicht anders erging und es, sobald man sich an die neue Situation gewöhnt hat, besser wird. Aber auch meine Eltern und Freunde waren für mich eine grosse Unterstützung.

Zum Schluss ist noch erwähnenswert: Oft wird man sich mit Mitschüler:innen vergleichen. Man stellt früh fest, dass es jedem Menschen anders in seiner Lehre geht, jeder Betrieb ist unterschiedlich, so wie es jeder Beruf ist.

Also keine Panik, wenn zu Beginn nicht alles nach Plan läuft. Das ist normal. Wer Fehler macht, lernt und das Ziel einer Lehre ist es, so viel zu lernen wie möglich. Habt Mut und traut euch Fragen zu stellen, denn nur so könnt ihr etwas lernen. Falls ihr euch nicht traut, fragt einen Oberstiften oder jemanden, dem ihr vertraut.

Tipps für einen erfolgreichen Lehrstart

Falls du dich gerade in dieser Situation befindest und nicht weiter weisst, kann diese Liste dir helfen:

  • Der erste Tag ist wichtig: sei pünktlich, höflich und höre aufmerksam zu. Stelle deine Fragen und zeig Interesse.
  • Namen merken: Auf der Webseite sind die Mitarbeitenden oft mit Namen und Foto aufgeführt, das kann eine gute Hilfe sein.
  • Frage deine Nächsten um Rat (Eltern, Lehrpersonen, Freunde,...)
  • Sprich bei Unsicherheiten deine:n Berufsbildner:in auf deine Situation an und versucht, gemeinsam eine Lösung zu finden
  • Frage deine Mitstiften oder Oberstifen, wie es ihnen in dieser Phase geht/ging.
  • Hilfe
  • Das kommt alles bei einer Lehre auf dich zu

Autor:in

Picture of Stefanie Näf

Stefanie Näf

Stefanie informiert und unterstützt mit Herzblut die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche und will den Schüler:innen aufzeigen, was es für tolle Ausbildungsmöglichkeiten in der Schweiz gibt.