Alle Infos zum Thema Schul- oder Lehrabbruch

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Wenn Ihr Kind oder Ihr/e Schüler:in den Gedanken hat, die angefangene Ausbildung oder Schule abzubrechen, ist dies natürlich unglücklich. Auch für Sie in der Rolle als Bezugs- und Vertrauensperson kann dies unangenehm sein. Bestimmt wollen Sie Ihrem Schützling dabei helfen, aber wissen vielleicht gar nicht wie. Doch Sie können in jedem Fall eine Unterstützung sein.

In diesem Blog-Beitrag:

Lehrunterbruch ≠ Lehrabbruch

Bei einem Lehrunterbruch sind die Jugendlichen bemüht, eine Lehrstelle bei einem neuen Betrieb oder in einem neuen Beruf anzutreten. Von einem Lehrabbruch spricht man hingegen, wenn der/die Jugendliche keine weitere Ausbildung beginnt. 

Gemäss dem Bundesamt für Statistik werden rund 25% der Lehrverträge vorzeitig aufgelöst. So gaben bei einer Yousty-Umfrage auch über 75% der befragten Unternehmen an, mit mindestens einem/r Lernenden den Vertrag aufgelöst zu haben. 

 

Wie kann die Lehre abgebrochen oder unterbrochen werden?

Es gibt drei Szenarien, in denen ein Lehrvertrag aufgelöst werden kann.

Während der Probezeit

Während der Probezeit kann der Lehrvertrag von beiden Seiten aus jederzeit mit einer siebentägigen Kündigungsfrist aufgelöst werden. Wenn der/die Lernende den Lehrvertrag kündigen möchte, sollte er/sie dies mit dem/der Berufsbildenden besprechen und die Gründe für die Kündigung nennen. 

Nach der Probezeit

Da der Lehrvertrag ein befristeter Vertrag ist, der bis zum Ende der Lehrzeit gilt, wird dieser nicht gekündigt sondern vorzeitig aufgelöst. Dies passiert unter gegenseitigem Einvernehmen auf einen besprochenen Zeitpunkt hin. Hier ist ein Gespräch zwischen Lernenden und Berufsbildenden sehr wichtig. Die Jugendlichen sollten ihre Entscheidung begründen können und allenfalls lässt sich sogar eine Lösung für die entsprechenden Probleme finden.

Fristlose Vertragsauflösung

Beide Parteien haben das Recht, den Lehrvertrag einseitig und fristlos aufzulösen, wenn triftige Gründe für diese Entscheidung vorliegen. 

Tipps zur Unterstützung

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind oder Schüler:in offen über das Problem und bieten Sie Ihre Unterstützung an. Dies als Solches ist bereits eine grosse Hilfe für die betroffenen Jugendlichen.
  • Verschaffen Sie sich ein Bild über das Problem und die Gründe, weshalb Ihr Kind/Schüler:in die begonnene Ausbildung/Schule abbrechen möchte. Sie können die Situation aus einer anderen Perspektive und mit mehr Erfahrungswerten anschauen und so bestimmt Tipps geben und mögliche Lösungen erkennen.
  • Informieren Sie sich über Yousty oder andere Plattformen und Bildungsseiten über die Thematik, sowie Wege und Möglichkeiten, die aus Ihrer Sicht Sinn machen würden und zeigen Sie diese auf. Betroffene Schüler:innen/Lernende stehen meistens an und sind gewissermassen "blockiert".

Tipps für den Fall eines Abbruchs

  • Eine Lücke im Lebenslauf sollte möglichst vermieden werden. Unterstützen Sie den/die Jugendliche*n vor dem Abbruch bei der Suche einer weiteren Lehrstelle, eines Brückenangebots, Praktikums oder Sprachaufenthalts.
  • Falls die Lehre wegen des Berufs abgebrochen wurde, helfen Sie Ihrem Kind oder dem/der Schüler:in bei der Neuorientierung. Der Berufs-Finder von Yousty kann dabei helfen.



  • Der/die Jugendliche kann sich auch beim RAV, dem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum, melden. Sie bieten Arbeitsprojekte und andere Leistungen an.

 

Autor:in

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Stefanie Näf

Stefanie informiert und unterstützt mit Herzblut die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche und will den Schüler:innen aufzeigen, was es für tolle Ausbildungsmöglichkeiten in der Schweiz gibt.