13. August 2020

Wie Sie ein Bewerbungsgespräch mit Jugendlichen führen

Ab den Sommerferien flattern die ersten Bewerbungen und die passendsten Bewerbenden werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Wie läuft ein Vorstellungsgespräch ab? Sollte man neue Ansätze für ein Bewerbungsgespräch in Betracht ziehen? Wieso werden in einem Bewerbungsgespräch mit Jugendlichen die gleichen Themen wie mit einem Erwachsenen besprochen? 

In diesem Beitrag: 

 

Der typische Ablauf eines Vorstellungsgespräch und was man noch besser machen könnte.

 

1. Die Begrüssung: Der erste Eindruck zählt natürlich. Für die Jugendlichen, welche sich in einer ungewohnten Situation befinden, jedoch auch für Sie als Ausbildnerin oder Ausbildner. Sie sind hier aber klar im Heimvorteil. 

info-xxl Unser Tipp:

Lassen Sie Ihre Lernenden die Bewerbenden abholen und ins Sitzungszimmer bringen. Mit etwa Gleichaltrigen fühlen sich die Jugendlichen wohler und ihre Lernenden können danach eine Rückmeldung geben, welchen ersten Eindruck sie von den Kandidaten erhalten haben.

 

2. Small Talk: Stellen Sie auf dem Weg zum Sitzungszimmer oder nach der Begrüssung kurz einige Fragen, die die Stimmung etwas auflockern. Dies hilft den Jugendlichen, kurz durchzuatmen und sich an die Gesprächssituation zu gewöhnen. 

info-xxl Unser Tipp:

Achten Sie auf die Sitzordnung. Sitzen Sie über das Eck oder an einen runden Tisch. So verhindern Sie die Situation einer "mündlichen Prüfung". 

Mögliche Fragen

- Ist er/sie mit den ÖV angereist?
- In welchen Berufen hat er/sie bereits geschnuppert? 
- Sie können mit ihm/ihr auch einen kleinen Rundgang machen.

 

3. Sie stellen sich vor: Sie stellen das Unternehmen vor und erläutern den Gesprächsablauf. Erklären Sie, wie die Lehre ablaufen wird. Rotieren die Lernenden in Abteilungen? Wer hat mit den Lernenden zu tun? Geben Sie so viele Infos wie möglich. 

info-xxl Unser Tipp:

Machen Sie ein Berufsbildner-Video, in dem Sie sich und Ihre Erwartungen an die Lernenden vorstellen. Dadurch erhalten die Jugendlichen bereits vor dem Gespräch einen ersten Eindruck von Ihnen und wissen, was auf sie zukommt. 

Bieten Sie den Jugendlichen zum Beispiel ein Softgetränk an, denn sie mögen mit 14 oder 15 Jahren meistens keinen Kaffee. Sie können wenn möglich auch einen kleinen Snack oder Gipfeli anbieten. Das wirkt sehr sympathisch. 

 

4. Der Bewerber stellt sich vor: Geben Sie dem Jugendlichen die Chance, sich nochmals kurz vorzustellen. Viele Infos kennen Sie ja bereits aus der Bewerbung und vom Lebenslauf. Trotzdem erfahren Sie vielleicht noch spannende Zusatzinformationen. 

info-xxl Unser Tipp:

Vermeiden Sie Fragen, welche klar aus dem Lebenslauf ersichtlich sind. Fokussieren Sie sich zum Beispiel mehr auf Fragen zur Motivation, den Zielen und der Berufswahl.

 

5. Zeit für Fragen: Vermeiden Sie es Fragen zu stellen, welche zu unangenehmen Situationen führen können. Notieren Sie sich die Fragen im Vorhinein, so erhalten Sie ganz bestimmt alle relevanten Informationen. Geben Sie zum Schluss auch den Jugendlichen die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

info-xxl Unser Tipp:

Stellen Sie Fragen zur Berufswahl des Jugendlichen.

 

7. Gesprächsende und Verabschiedung: Das Wichtigste hierbei ist, dass alle Personen wissen, wie es weitergeht. Meldet sich das Unternehmen oder muss der/die Schüler/in aktiv nachfragen, wenn Interesse besteht? Durch eine gute Kommunikation können Missverständnisse vermieden werden.

info-xxl Unser Tipp:

Lassen Sie die Jugendlichen per Mail kurz eine Rückmeldung zum Gespräch geben. So können Sie sich verbessern und Sie wissen auch gleich, ob der/die Jugendliche noch an der Lehrstelle interessiert ist. 

 

Der erste Schritt ist immer ein optimales Lehrstellenprofil. Sobald Sie einige gute Kandidatinnen und Kandidaten haben, empfehlen wir Ihnen, unsere Tipps zum Vorstellungsgespräch auszuprobieren. Ein gutes erstes Gespräch vereinfacht auch die Entscheidung. Wie die Jugendlichen mit der Materie arbeiten und ob sie ins Team passen, finden Sie am besten bei einer Schnupperlehre heraus. 

Melden Sie sich zu unserem Webinar an und erfahren Sie weitere Informationen zur Lehrstellensuche von Jugendlichen. 

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Robin Villoz

Robin spricht die Sprache der Jugend und weiss, worauf Lehrbetriebe in der Rekrutierungsphase achten sollten.

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